Eine Hauptstadt ist Vorbild und Schaufenster für die ganze Republik. Sie birgt Einladendes, Bewundertes, Mitreißendes, Nachahmenswertes.
Mit ihrem Ehrgeiz 'Barrierefreies Berlin' hat die Spree-Metropole sich zur europaweiten Teststrecke verpflichtet. Zum Vorreiter, wie und wie nachhaltig all die Hürden und Stolperfallen aus dem Weg geräumt werden - Hürden, die nicht nur dem Rollstuhlfahrer, sondern jedem mit Mobilitäts-Defiziten, den Alltag schwer machen. Also fast jedem: Der jungen Frau mit fünf schweren Einkaufstüten oder mit Kinderwagen, dem Rentner, den Klein- oder Großwüchsigen, denen, die nicht sehen oder hören können, oder denen mit lädiertem Hüftgelenk oder mit krankem Herzen.
Barrierefrei ist Berlin für alle sie noch nicht. Mit diesem Mobilitäts-Führer - zunächst für Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf - ist Berlin seiner ehrgeizigen Vorbild-Funktion aber einen guten Schritt näher gekommen. Ausgehend von diesen beiden 'Mobilitäts-Inseln' kann die gute Idee, ähnlich einer Bürgerbewegung, vielleicht wie ein ins Wasser geworfener Stein, weitere Kreise ziehen. Und mag viele animieren, den ganz alltäglichen Ärgernissen endlich den Garaus zu machen. Machen wir unser Berlin noch kommoder!
Und noch etwas, ganz im Ernst: In der ehemaligen Vier-Sektoren-Frontstadt, deren Berliner Mauer einst Deutschland, Europa und die ganze Welt entzweit hat, ist es ausgerechnet dort nicht zusätzlich geradezu ein Freiheitsbedürfnis, neue Mäuerchen, auch nicht die des Alltags, erst gar nicht nachwachsen zu lassen...
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